Rennpferd oder Packesel? Die Nervosität vor dem Start
Die Packliste
Ausrüstungsfragen: Was ist noch ein bischen leichter?
Über die Ausrüstung kann man lange und dankbar debattieren. So leicht wie irgendwie möglich, aber zuverlässig genug für das Wetter des Nordens und hoffentlich haltbar für eine lange Tour. Die wichtigsten Gegenstände:
Zelt:
Ich habe mich für das Ringstind 2 von Helsport entschieden. Mit Zelten von Helsport habe ich wirklich gute Erfahrungen gemacht (unser Winterzelt von Helsport hat viele Jahre auf der Hardangervidda im Winter klaglos überstanden). Mit knapp 2kg ist es recht schwer, man könnte auch sagen zu schwer. Aber es ist gemütlich und bietet Platz für zwei, was wichtig ist: Zwischendurch wird meine Frau mich eine Weile begleiten. Auf 1,20m passen wir beide hinein - ausprobiert. Das Zelt ist warm und hat keinerlei Kondensprobleme - vom Hilleberg Nallo, das wir sonst im Sommer nutzen, bin ich ganz anderes gewohnt. Zum Zelt gehören die originalen V-Heringe aus Alu (9g pro Stück), dazu kommen 6 Titannägel (ebenfalls 9g pro Stück). Der Boden im norwegischen Fjell ist steinig, die Titannägel kann ich mit jedem beliebigen Stein einfach in den Boden hämmern.
Rucksack:
Ospey Exos. Mein treuer alter MacPac ist mit 3,5kg Leergewicht einfach zu schwer. Der Osprey trägt sich hervorragend, wiegt 900g leer und knatscht bei jedem Schritt. Wenn der Rucksack schon so leicht ist dass man ihn kaum spürt - man hört ihn wenigstens
Schlafsack:
Cumulus Panyam (custom made), ca. 900g. Der Service von Cumulus ist großartig, in recht kurzer Zeit wurde der Schlafsack nach genau meinen Vorstellungen gefertigt: Lang genug für mich, mit einer Außenhülle aus wasserdichtem Quantum Pro. Dazu kommt ein aufblasbares Kopfkissen von Exped und ein Seideninlett von Cocoon - das brauche ich für mögliche Übernachtungen in DNT-Hütten. Außerdem ist es sonnig gelb, selbst bei grauem Regenwetter.
Iso-Matte:
Therm-A-Rest Z-Lite, 460g. Ich habe abends einfach keine Lust noch eine Matte aufzupumpen. Und ich habe keine Lust mir Sorgen um Löcher machen zu müssen. Nach einem langen Wandertag: Matte ins Zelt werfen, hinlegen, Kaffee kochen. Komplizierter muß das Leben nicht sein.
Kocher:
Primus Lite+. Die Fachleute sagten: Gaskartuschen sind leichter zu bekommen als Spiritus. Der Kocher ist ein rundum-sorglos System mit Windschutz, wärmendem Topfmantel und Piezo-Zünder. Alles außer Wasser brennt an - aber Gourmet-Küche war sowieso nicht geplant.
Elektronik:
Da kommt erschreckend viel zusammen. Wollte ich nicht eine Auszeit auch vom Internet nehmen? Navigieren werde ich mit der Sportuhr (Garmin Fenix 6x), auf der Karte kann ich meine Route anzeigen lassen. Erarbeitet wird die Route am Smartphone,das auch als Kamera dient. Dazu kommt ein Garmin InReach Notrufgerät. Als Solowanderer ist es essentiell: Wenn ich mir den Knöchel verstauche hilft es mir wenig zu wissen dass spätestens im November jemand vorbeikommt.
Luxus:
284g purer Luxus: Ein Leica Ultravid 8x20 Fernglas. Abends vor dem Zelt in die Weite der Landschaft schauen zu können - darauf freue ich mich!



