Weniger Kilometer - mehr Unterkünfte
Inzwischen bin ich im Gudbrandsdal angekommen. Nach dem Numedal, dem Hallingdal und dem Valdres ist dies das nächste und größte der norwegischen Bauerntäler, die sich im Land nach Norden erstrecken. Eine schöne Etappe mit schönen Bergwegen, aber hier unten im Tal in Vinstra bin ich wieder auf der Straße zwischen den Autos an der E6 angekommen.
Mein linker Fuß schränkt mich immer noch ein. So komme ich nicht so schnell voran wie ich möchte. Es sind also weniger Kilometer, dafür mehr Unterkünfte auf dieser Etappe.
Zwei Nächte habe ich in einer DNT-Hütte zugebracht. Ein Schlüssel passt für fast alle Hütten in Norwegen. Die Hütte Storeskag, in der ich war, liegt in einem alten Almgebiet. Wahrscheinlich ist sie selber eine alte Almhütte. Von innen ist sie wunderbar urig und vor allem hat sie einen Holzofen, mit dem ich heizen kann, während draußen der Sturm um die Hütte tobt. Drei Nächte habe ich im Zelt verbracht. Eine davon im Dauerregen, der nach und nach alles durchnässt. Gut, dass meine Ausrüstung mich auch nass noch gut warm hält. Bei den beiden weiteren Zeltnächten habe ich Glück mit dem Wetter, die Sonne weckt mich jeweils morgens. Ich freue mich draußen in der Natur zu sein und genieße die weiten Blicke in der norwegischen Landschaft.
Eine letzte Nacht verbringe ich in einem historischen Hotel, das oben in den Bergen am Weg liegt. Im Hotel Fefor hat vor 100 Jahren die norwegische Königsfamilie Urlaub gemacht. Der sehr beliebte König Olav V. (1903 - 1991) war hier als Kind zum Skilaufen. In diesem Hotel hat Robert Falcon Scott residiert, als er seine Motorschlitten ausprobierte. Später in der Antarktis haben sie ihm allerdings nicht sehr geholfen. Bis 1951 hat die niederländische Königin hier Urlaub gemacht, und seitdem scheint am Hotel auch nicht mehr viel verändert worden zu sein. Die öffentlichen Räume sind wunderbar im Drachenstil gebaut und original seit der Erõffnung des Hotels 1891 erhalten.
In Vinstra muss ich mich noch einmal einquartieren, mit meinem Fuß käme ich heute nicht mehr weit genug in die Berge um einen Zeltplatz zu finden. Ich finde ein günstiges Motelzimmer und werde auf dieser Reise das erste Mal als Pilger begrüßt. Der sehr freundliche Wirt schenkt mir als Pilger sogar den Nachtisch zum Abendessen.
Morgen geht es aufwärts ins Rondane - mal schauen, wie zügig ich gehen kann.



Schlafen im Zelt, ...



... schlafen auf der Berghütte ...



... und schlafen im Hotel.


